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Artikel vom 23.11.11

LH-Mitarbeiter sollen wieder länger arbeiten


In der neuen „Wirtschaftswoche“ vom 21.11.2011 war  der Vorstandsvorsitzende des Lufthansa-Konzern Christoph Franz unter der Überschrift ´Mehr einfallen lassen´ befragt worden, mit welchen Aktionen er den Kampf gegen „Billigflieger“ und Golf-Airlines verstärken wolle, um die Gewinne zu steigern.

Dazu setzt Franz unter anderem auf weitere Verbesserungen in den Bereichen Service und Produkt. Hier seien für die Lounges, die neue First-Class, neue Business-Class-Sitze und Internet auf der Langstrecke 3 Milliarden Euro bereit gestellt. Aktuell habe er, auch zur Senkung der Betriebskosten, 202 Flugzeuge mit einem Listenpreis von rund 19 Milliarden Euro auf der Bestellliste.  
Auf die Frage, ob bei Germanwings Leiharbeiter eingesetzt und Betriebsrentenkürzungen geplant seien und dies in Zukunft für die gesamte Lufthansa gelte, reagiert Franz, „von Leiharbeit bei Germanwings könne keine Rede sein. Die Flugbegleiter haben dort feste Arbeitsverträge.“


Diffuse Antwort 
In dem Teil des Interviews, in dem es um Abbau von Sozialleistungen und Arbeitszeiten geht, ist zwar nicht klar erkennbar aber doch im Vorfeld der Vergütungsrunde zu vermuten, ob Franz auch die „gesamte Lufthansa“ meint, wenn er sagt „Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen die sich ändern. Auf Dauer sind 38,5 Arbeitsstunden pro Woche einfach zu wenig.“ – Toll, da hat sich aber jemand „mehr einfallen lassen“!
Der Mitarbeiter wolle zwar nicht, dass man ihm die „Salamischeibe vom Lohnzettel“ nehme, „aber ohne Lohnkürzungen müssen wir an andere Dinge ran“. Dem einzelnen Mitarbeiter ginge es ja nicht um eine halbe Stunde Mehrarbeit sondern um einen sicheren und attraktiven Arbeitsplatz. 
Eine Antwort auf die Frage zu den Betriebsrenten blieb Herr Franz übrigens schuldig!

Unsere Meinung
Wir denken, dass neben den 22 Milliarden Euro für Investitionen die von der VL erwartete Lohnerhöhung von 4% für 12 Monate in Höhe von ca. 150 Mio. € für Boden und Kabine eine ebenso wichtige Zukunftssicherung für das Unternehmen ist. 
Die UFO hat entschlossenen Widerstand gegen Arbeitszeitverlängerungen angekündigt und die VC sieht sich von dieser Diskussion erst gar nicht betroffen. 
Die Vereinigung Luftfahrt hält eine Debatte über Arbeitszeitverlängerungen für unnötig belastend für die kommende Tarifrunde und lehnt sie konsequent ab.
VL-Redaktion


Den Artikel finden Sie unter http://www.vluftfahrt.de/artikel_70.html